Geologisch nicht zu erklären: Anden erhoben sich im Turbogang

Die Anden, das zweithöchste Gebirge der Welt, stiegen viel in die Höhe als bisher angenommen, berichten Forscher um Carmala Garzione. Bislang glaubten die Geologen, die Anden seien 40 Millionen Jahre lang langsamaber stetig gewachsen. Die Wissenschaftler führten umfangreiche geologische und geochemische Untersuchungen in den zentralen Anden durch. Sie ermittelten zum Beispiel das Alter von Schluchten und stellten anhand von unterschiedlich schweren Sauerstoff-Isotopen fest, wie hoch bestimmte Gipfel zu einem bestimmten Zeitpunkt lagen. Nach diesen Untersuchungen war das südamerikanische Gebirge vor zehn Millionen Jahren noch weniger als zwei Kilometer hoch und wuchs innerhalb von vier Millionen Jahren auf etwa 4000 Meter Höhe an. Vor acht Millionen Jahren vollzog sich das Wachstum besonders rapide, innerhalb von einer Million Jahren nahm die Höhe der Gipfel gar um 1500 Meter zu.

Solch ein schnelles Wachstum sei mit derzeitigen geologischen Modellen (Plattentektonik) nicht zu erklären, geben Garzione und ihre Kollegen zu bedenken. Ihre Idee: Auf einen Schlag muss sich das Mantelgestein von der Kruste gelöst haben und in die Tiefe gesunken sein. Von der Last befreit, konnte das Gebirge wie ein Korken schnell nach oben steigen…

Quelle: Carmala N. Garzione, Gregory D. Hoke, Julie C. Libarkin, Saunia Withers, Bruce MacFadden, John Eiler, Prosenjit Ghosh, and Andreas Mulch: Rise of the AndesScience 6 June 2008, Vol.  320, S. 1304-1307 [DOI: 10.1126/science.1148615] (in Review):

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