Vor 9000 Jahren über das Mittelmeer nach Europa

Ein internationales Forscherteam verglich die DNA von Menschen aus insgesamt 32 Populationen, darunter Bewohner Kretas, Inseln der Ägäis,, Anatoliens, Nordafrikas , des griechischen Festlands und  Nahen Ostens sowie von 14 weiteren europäischen Volksgruppen. Das Ergebnis zeigt eindeutig, dass die Populationen, die am engsten mit Anatolien verknüpft sind, sich auf Kreta und den Inseln der östlichen Ägäis befinden. Bewohner des Balkan und Nordgriechenlands weisen dagegen deutlich weniger genetische Gemeinsamkeiten mit den Menschen Anatoliens auf.

Nach Ansicht der Wissenschaftler spricht soll dies zeigen, dass die jungsteinzeitliche Bauern vor 8500 bis 9000 Jahren nicht den Land-, sondern den Seeweg nach Europa wählten. Auf ihrem Weg von Anatolien nach Südeuropa nutzten sie Kreta und die ägäischen Inseln als Trittsteine.  Von Griechenland aus erreichten sie per Boot dann auch Sizilien und das italienische Festland. Dieses auf genetischen Daten beruhende Szenario passt auch sehr gut zu archäologischen Funden, denn die ältesten europäischen Relikte jungsteinzeitlicher Bauern finden sich in Griechenland und stammen aus der Zeit vor rund 9.000 Jahren. Hingegen sind Fundstätten in Thrakien und Makedonien jünger. Der Seeweg könnte auch der Grund dafür sein, warum sich die jungsteinzeitlichen Bauern in Südeuropa schnell ausbreiteten, denn auf dem Seeweg ging die Einwanderung wesentlich schneller als über Land. Dass die Menschen der Jungsteinzeit durchaus schon in der Lage waren, seetüchtige Boote bauen zu können, belegen die frühe Besiedelung von Inseln wie Sardinien, Zypern und auch Kreta.

Jedoch tragen die meisten Bewohner Europas heute ein gemischtes DNA-Erbe in sich, denn ein Teil stammt von Jägern und Sammlern, die schon wesentlich früher den Kontinent besiedelt haben sollen. Der andere Teil stammt aber von der zuvor beschriebenen Einwanderungswelle per Boot vor rund 9.000 Jahren her.

QuellePeristera Paschou (Democritus University of Thrace, Alexandroupolis) et al., Proceedings of the National Academy of Sciences, doi: 10.1073/pnas.1320811111

Kommentar

Wie bereits in dem Zillmer-Buch Die EvolutionsLüge ausdrücklich beschrieben, gab es schon sehr früh in der Kulturgeschichte hochseetüchtige Schiffe. Diese Ausführungen werden durch diese neue Untersuchung bestätigt. Jedoch lag zusätzlich der Meeresspiegel, nicht nur im Mittelmeer, zeitweise wesentlich tiefer als heutzutage, wie mehrere inzwischen auf vor den Küsten der Ozeane entdeckten Städte bestätigen. Wie in Die Erde im Umbruch dokumentiert, entstanden, nach offizieller Zeitrechnung, z. B. der Golf von Persien oder auch das Rote Meer erst mit dem Ansteigen des Meeresspiegels vor etwa 6000 Jahren. Eine Besiedlung war daher noch einfacher, da die zurück zu legenden Fahrstrecken auf dem Wasser sehr viel kürzer und die Inseln teils wesentlich größer waren, wobei es sogar Landbrücken gab, die heutzutage in den Fluten der Meere versunken sind.

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