Datierungen

Wann starb der »Wolf«?

Douglas kehrte in den folgenden Jahren wieder zur Höhle bei Mundrabilla Station zurück. Dort lag jetzt eine weitere Tierleiche – die eines Dingos nämlich. Da bei den Untersuchungen von 1966 alle Überreste weggeräumt worden waren, konnte der Kadaver höchstens 20 Jahre alt sein. Der tote Dingo war völlig ausgetrocknet, geruchlos und ohne Haare; seine Haut war wie Pergament. Der Beutelwolf, der angeblich 4500 Jahre in der gleichen Höhle gelegen haben soll, war in viel besserem Zustand.

Douglas vermutet, daß die Radiocarbon-Untersuchungen damals womöglich durch kontaminiertes Grundwasser verfälscht wurden. Heute jedenfalls ist er hundertprozentig davon überzeugt, daß die Beutelwolf-Leiche nur wenige Monate alt war, als sie gefunden wurde. „Sehr wahrscheinlich haben verborgene Restpopulationen dieses australischen Säugers sogar auf dem Festland des Kontinents überlebt.“

Dafür sprechen auch indirekte Beweise: der Fund mehrerer Schafe und Känguruhs, die nach dem Dafürhalten von Douglas in typischer Beutelwolfmanier gerissen und angefressen worden sind. Sollte eine der am meisten gesuchten kryptischen Arten ausgerechnet dort wiederentdeckt werden, wo sie seit Jahrtausenden ausgestorben sein soll? Oder ist das nur Wunschdenken von Menschen, die gegen den Strom der Veränderung und des Artensterbens anträumen?

QUELLE: GEO MAGAZIN Nr. 5, Mai 1997

Kommentar

Die Zweifelhaftigkeit der „Kurzfristdatierungen“ für die letzten max. 50 000 Jahre (u.a. Radiocarbonmethode) wurde zigfach belegt. Die Ergebnisse differieren oft um mehrere hundert oder tausend Prozent oder bringen ganz einfach unmögliche Ergebnisse. In „Darwins Irrtum“ werden wissenschaftlich belegte Fälle (aus „Science“) vorgestellt: noch lebenden Mollusken wurde ein Alter von mehreren tausend Jahren nach der Radiocarbonmethode zugewiesen!

In „Darwins Irrtum“ werden auch die Methoden der „Langfristdatierungen “ kritisch untersucht.

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